Das internationale Turnier des Berliner TSC - vormals SODEXO Cup ist das größte Turnier für U14 Jugendliche in Europa. Und wir waren erneut mit von der Partie. Dass wir am Ende mit Platz 19 von 26 teilnehmenden Mannschaften wieder nur im hinteren Mittelfeld landeten, ist hinnehmbar.
Hier gab es keinen einzigen leichten Gegner - sondern nur echte Kracher. Der polnische Meister Metro Warschau war gleich mit zwei Teams vor Ort. Ebenso das Topteam VC Amstetten aus Österreich. Daneben weitere Teams aus Polen sowie eine bärenstarke Landesvertretung aus Thüringen mit 5 Spielern vom VC Gotha. Im Rest des Teilnehmerfeldes ausnahmslos Landes- und Regionalmeister aus 12 Bundesländern. Hier konnten wir viele Teams sichten, die auch bei der U14 DM antreten werden.


Das Spielniveau war extrem hoch. Leider konnte man das nicht von den Schiedsrichterleistungen sagen. Die eingesetzten jungen Leute waren hier ein ums andere Mal überfordert. Hier ist wohl Nachbesserung nötig. Denn es trübt den positiven Gesamteindruck, wenn man als technisch sauber spielendes Team in engen Spielen verliert, weil technische Fehler beim Gegner überhaupt nicht raus genommen werden. Das ist dann schade.
Auch muss man sagen, dass viele der teilnehmenden Teams, die vor uns gelandet sind, immer mindestens einen, wenn nicht gleich zwei oder drei Riesenkerle über 180cm im Aufgebot hatten. Das kann man nicht ausgleichen. Von der Körpergröße her konnte man bei einigen denken, hier spielen U16 wenn nicht gar U18 Jungs. Das alles hat uns aber wenig beeindruckt. Auch, dass diese Mannschaften - wer will es ihnen verdenken - vornehmlich über ihre Riesen am Netz zu punkten wussten. Wir haben versucht, dem ein technisch gutes Kollektiv entgegen zu stellen und meinen sagen zu können, dass die Friesenfüchse sich in dieser Hinsicht vor niemanden verstecken müssen. Doppelte Berührungen oder geführte, bzw. gehaltene Bälle? Das war bei uns eigentlich kein Thema.
Der TSV Husum 1875 spielte mit:
Daniel Keller(MF), Melvin Edler, Marvin Holtmann. Hendrick Michaelsen, Kjell Molzen, Piet Müller, Taade Sönnichsen

Turnierverlauf:
Den Auftakt machten wir mit dem Spiel gegen die Landesauswahl Thüringen. Die waren mit einem großen Kader angereist und hatten gleich mehrere Riesenkerle im Aufgebot. Athletisch konnten wir hier nicht mithalten. Auch war spürbar, dass wir seit zwei Wochen keinen Ball mehr in den Händen hatten. Trotzdem konnten wir gut mitspielen, mussten das Spiel aber mit 0:2 (-17, -18) abgeben. Direkt im Anschluss wartete mit Potsdam - Waldstadt der Vizemeister vom Cup 2013 auf uns. Obwohl das Team nicht so stark war wie im letzten Jahr, verloren wir hier unnötigerweise ebenfalls mit 0:2. Der Hauptgrund war in unserer ungenauen Annahme und den zu leichten Aufschlägen zu suchen. Das machte den Unterschied.
Nach dem etwas mageren Mittagessen (Nudeln mit Hackfleischsoße) ging es gegen WOLA Warschau. Der Cupsieger vom letzten Jahr war beileibe nicht so stark wie gedacht. Trotzdem zeigten wir vor dem großen Namen zu viel Respekt. Mit etwas mehr Selbstvertrauen, wäre wohl ein Satzgewinn möglich gewesen. Der hätte uns den Weg nach weiter vorn ermöglicht.
Im letzten Vorrundenspiel trafen wir auf die Jungs von Paderborn. Die hatten WOLA immerhin einen Satz abnehmen können. Hier trafen wir mal auf eine Mannschaft, die nur einen größeren Jungen im Team aufweisen konnte. Obwohl die Müdigkeit bereits spürbar wurde, gelang uns eine konzentrierte Leistung. Nachdem wir uns mit 25:23 den ersten Satzsieg erkämpft hatten, fiel alle Nervosität von den Jungs ab. Den zweiten Satz spielen sie souverän nach Hause. Dieser Sieg langte aber leider nur für Platz 5 in der Sechsergruppe, weil Paderborn das weibliche Volleyteam Berlin - den Deutschen Meister vom letzten Jahr mit 2:0 hatte besiegen können. Wären wir statt auf einen der vorgenannten athletischen Kracher auf die Berliner Mädels getroffen, hätte es vielleicht zu zwei Siegen gereicht. Aber die Lernphase gegen diese männlichen Topteams war viel sinnvoller, als der zu erreichende Platz.
Nun ging es im weiteren gegen die Fünftplazierten der anderen Gruppen. Als erstes trafen wir im fünften Spiel am Sonnabend auf die Leipzig Volleys. Alle Spieler gingen mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Da die Leipziger aber keinen athletischen Überflieger in ihren Reihen hatten, konnten wir unsere technische Überlegenheit ausspielen und das zweite Spiel am heutigen Tage gewinnen.
Nach einer guten Nacht waren die Batterien halbwegs wieder aufgeladen.
Wir waren bereit, für den Kampf gegen den Vizemeister Nordwest TV Baden. Dieses Team hatte einen sehr großen Spieler, der auch ziemlich hart angreifen konnte. Es gelang uns aber, diesen Spieler oftmals aus dem Spiel zu nehmen. Auch hatten sich unsere Jungs von den andern abgeguckt, wie man richtig drauf haut. Hendrik hatte an seinem Geburtstag besonders breite Hände. Es gelang ihm, dem deutlich größeren Spieler vom TV Baden einige Bälle wegzublocken. Unsere sehr guten Aufschläge und eine verbesserte Annahme waren die Grundlage für den dritten 2:0 Sieg im Turnier.
Im letzten Spiel trafen wir auf den Westmeister TV Menden - Much. Diese Mannschaft verfügt über einen sehr starken mittelgroßen Spieler und war auch sonst stark besetzt. Nach einen sehr starken Beginn ließen bei uns dann die Kräfte nach. Das war bei Menden nicht der Fall. Somit konnten die am Ende verdient einen 2:0 Sieg feiern.
Für uns hieß das in der Endabrechnung Platz 19, wobei man sagen muss, dass Platz 17 Menden, und 18 TV Baden das gleich Punkt- und Satzverhältnis hatten wie wir. Uns fehlten am Ende 5 Spielpunkte auf Platz 18.
Der Trainer Dierk Sönnichsen zeigte sich hochzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. Es hat sich erneut gezeigt, dass es Sinn macht, hier teilzunehmen. Der Lernfaktor bei diesem Spielniveau ist enorm. Wir können frohen Mutes zur DM fahren. Vielleicht gelingt uns dort ja auch mal ein Platz im Mittelfeld.

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