Dieser Beitrag ist lediglich eine "private" Meinungsäußerung des Autors.

Die Ereignisse in den Spielrunden der männlichen Jugend U13 bis U16 haben mich veranlasst, diesen Beitrag hier zu verfassen.
Eigentlich sind die Verantwortlichen in Vereinen und Verband dringend gefordert, über neue, mögliche Wege beim Jugendvolleyball zumindest unterhalb des Sechserfeldes nachzudenken.

 

Denn wie bereits am ersten Spieltag haben sich auch beim 2. Spieltag der U14GK bei den Jungen Teams kurzfristig abgemeldet. War der Fahrweg für (Eutin 280km) für ein paar Jugendspiele dann doch zu weit? Dann spielten in vier von sechs angetretenen Teams entweder überalterte Spieler oder Mädchen mit.
Vielleicht ist man mit der Abschaffung der regionalen Spielmöglichkeiten wie etwa der NF-Kinderliga zu voreilig gewesen und über das Ziel hinaus geschossen.
In der Nordregion haben wir bislang nur sehr wenige Kinder aus den Schul-AG's in die Vereine lotsen können. Da nützt es wenig, wenn in Niebüll, Husum, Tönnig, Viöl, Bredstedt, Breklum, Flensburg oder anderswo gute funktionierende Schul-AG's laufen und auch das Projekt "Kleine Riesen" in Husum mit Erfolg angelaufen zu sein scheint. Es fehlen einfach die passenden Wettkämpfe. Warum also nicht alte, überkommene Strukturen aufbrechen, im Sinne einer besseren, breiteren Jugendförderung?

Wir müssen Kindern und Jugendlichen vor Ort und regional (im Umkreis von max. 50 km) Möglichkeiten anbieten, sich mit etwa "gleichstarken" Gegner messen zu können. Das bedingt aber ein Loslassen von den bislang festen, teils verkrusteten Strukturen. Denn so macht das Ganze für Vereine, die ihre Athleten fördern wollen, nur wenig Sinn.

Die Durchführung einer Qualifikation zur Landesmeisterschaft für die U14 und U16 Jungen scheint bereits ausgeschlossen, weil sinnlos. Zu wenig Teams mit altersgerechten Spielern stehen zur Verfügung. Die Sieger und Platzierten stehen im Großen und Ganzen wahrscheinlich schon fest. Man braucht kein Prophet zu sein, um festzustellen, dass in U14 der TSV Husum und die Jungs vom Kieler TV die Sache unter sich ausmachen werden. Bis es allerdings so weit ist, werden beide Mannschaften sich noch x-mal auf dem Feld begegnen.

War das so gewollt, als man bei der letzen Jugendversammlung die NF-Liga kurzerhand ersatzlos, ohne Not und vor allem ohne ein Nachfolgekonzept gestrichen hat? Wo sind nun die Chancen für die leistungswilligen Athleten, sich mit Gleichstarken oder Stärkeren messen zu können, um dann bei den Regionalmeisterschaften oder gar Deutschen Meisterschaften nicht erneut chancenlos zu sein? Und sicher empfinden die anderen, die gerade erst mit dem Volleyballspielen begonnen haben, so richtig Freude, sich von den starken Teams jedes Mal aufs Neue abschießen zu lassen. Wir werden wohl neue Wege beschreiten müssen, wenn wir unseren Jungs passende Wettkampfreize setzen wollen.

Auch andere Verbände haben ähnlich gelagerte Probleme. Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel, mit dem Aushängeschild Schweriner SC spielt landesweit deutlich weniger Spielrunden vor den LM's.. Somit können sich die Vereine überregional in freien Spielturnieren messen. Diese Termine kollidieren leider oftmals mit unseren Spielterminen in der SHVV Jugend. Somit ist unsere Teilnahme dort von vorn herein ausgeschlossen, weil wir sonst die Teilnahme an den LM's und damit der Möglichkeit der weiter gehenden Qualifikation zur Regionalmeisterschaften verspielen würden. Das ist schade! Aber so sind die Fakten. Was könnte man tun?
Gut, auch ich habe nicht die Lösung aller Probleme in der Volleyballjugend. Aber einige Ideen schon.

Warum nicht probeweise zumindest bei den Jungen die SHVV Vorrunden komplett streichen. Stattdessen Aufsetzen mit einer Qualifikation zur Teilnahme an den U12 bis U16 Landesmeisterschaften. Hier sollten dann beliebig Vereins- und auch Schulmannschaften antreten dürfen. Natürlich können wir regional später nur Vereinsmannschaften entsenden. Aber wir könnten im Vorfeld vielen Teams geeignete lokale Wettkämpfe anbieten.

Zusätzlich - wie etwa bei Jugend trainiert für Olympia - die U14 und U16 gemeinsam auch auf dem Viererfeld anbieten. Dort könnten dann beide Altersgruppen gemeinsam starten. Das ginge natürlich nur landesweit, wäre aber insbesondere für den Breitensport ein interessanter Ansatz. Auch könnten hier weitere Talente für die Bereich Beachvolleyball erkannt werden, die sonst - weil kein adäquates Sechserteam vorhanden möglicherweise durch das Raster fallen.
Es sollte den Vereinen die Möglichkeit geboten werden, mit ihren Jugendlichen auch überregional an Turnieren wie etwa (U13 GKM oder SODEXO Cup) teilzunehmen, wobei diese Teilnahmen im Rahmen der Jugendförderung positiv anzuerkennen wären.

Einrichtung einer landesweiten oder auch regionalen offenen Spielrunde für Vereins- und Schulmannschaften in den Altersgruppen U12 bis U16 auf der Basis von Beachvolleyball. Will heißen: Zwei gegen Zwei spielen in der Halle nach Beachregeln. Diese Spielrunde muss/sollte zu den LM's der jeweiligen Altersklassen abgeschlossen sein.

Mir ist klar, dass vielleicht nicht alles und jedes sofort so umgesetzt werden kann. Ich möchte hier aber Denkanstöße geben, wie man eventuell ansetzen kann, der immer größer werdenden Misere bei unserem männlichen Nachwuchs Herr zu werden. Ich bin überzeugt, dass mit einem Verbleiben in den jetzigen Strukturen ein weiterer Niedergang unvermeidbar ist. Da werden aus meiner Sicht auch Projekte, wie etwa das "Kleine Riesenprojekt" alleine nichts dran ändern. Andere Verbände im Volleyball und andere Fachverbände haben hier bereits reagiert und sind vielleicht ein Stück weiter.

Nach oben