Mölck/Proske kehren zufrieden aus der Hauptstadt zurück.

Nach dem Sieg gegen die Frankfurter Breinlinger und WilkerNachdem das Husumer und Elmshorner Duo Udo Mölck sowie Rüdiger Proske im Corona-Jahr 2020 auf eine Spielteilnahme verzichtet hatten, traten beide dieses Jahr am 11./12. September wieder bei den Deutschen Senioren Beach-Meisterschaften an. Das Ziel lautete diesmal durchkommen und vielleicht erneut eine einstellige Platzierung zu erreichen, zumal Udo Mölck mit mehreren Handicaps angereist war. Doch davon war auf den Courts nichts zu spüren.
Gleich im ersten Match der Vierergruppe sollte es gegen den späteren Turniersieger und zugleich Deutschen Meister Horst-Dieter Freitag (genannt „Hotte“) und mehrfachen Deutschen Meister Jürgen Hesse hoch hergehen. Bis zum Gleichstand von 10:10 bewegten sich beide Teams auf Augenhöhe, bevor sich das Team aus Hessen den 1. Satz mit 15:10 sicherte. Danach erkämpfte sich das Schleswig-Holstein-Team eine leichte Führung, die auf einen Tie-Break hindeutete. Doch mit viel Erfahrung und dem Quäntchen Glück verhinderten die Favoriten den Satzverlust. Am Ende siegten sie knapp mit 15:12. Für das Duo Mölck/Proske kam dieses äußerst schwere Auftaktspiel zu früh.

Und es sollte nicht leichter werden. Im zweiten Spiel trafen die Nordlichter auf das Duo Falk Fleischer und dem mehrfachen Deutschen Meister Stefan Weckmann. Dennoch gelang den Nordlichtern sensationell der erste Satzgewinn mit 15:9. Aufgeschreckt durch diesen Satzverlust drehten nun die Routiniers aus Höckendorf und Ober-Roden das Spiel, gewannen hoch den 2. Satz (15:5) und leider auch den Entscheidungssatz mit 15:9.
Leicht gefrustet mussten die Schleswig-Holsteiner dann gegen das Vereinsteam Siegfried Cammarata und Willi Hanke vom TV Altdorf antreten. Die Begegnung durfte auf keinen Fall verloren gehen, um nicht als Gruppenletzter dazustehen. Hochkonzentriert erspielten sich Udo und Rudi den 1. Satz mit 15:10 und gaben sich auch im 2. Satz (15:9) keine Blöße. Mithin war das erklärte Minimal-Ziel erreicht.
Anschließend erfolgte für Mölck und Proske ein Freilos, welches gern angenommen und zugleich als Entschädigung für die schwere Gruppe angesehen wurde.
Danach war den Aktiven eine erholsame Pause gegönnt, bevor sie mit der Zwischenrunde das 2-tägige Turnier fortsetzten. Als Gegner traten die beiden unbekannten Frankfurter Roland Breinlinger und Partner Andreas Wilker vom SV Orplid Niddainsel an. Von Beginn an spielten und kämpften beide Teams aufopferungsvoll um den Sieg. Keine der Mannschaften vermochte sich entscheidend abzusetzen. Das Match wog hin und her, ehe die Oldies aus dem Norden nach nervenzerreißendem Kampf den Satz knapp mit 21:19 für sich entschieden. Und auch der 2. Satz war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Keines der beiden Teams ließ nach. Ein Kopf an Kopf-Rennen der besonderen Art. Und auch diesmal zeigte die SG aus Husum und Elmshorn wahre Nervenstärke, die in dem Marathonmatch zum 2. Satz und Spielsieg führte (22:20). Der Jubel auf Seiten von Udo Mölck und Rudi Proske kannte kaum Grenzen. Ein denkwürdiger Sieg, der alles bis dahin in den Schatten stellte. Allein diese Begegnung war es wert, in die Metropole des Beachvolleyball-Sports zu reisen.
Doch schon in der nächsten Partie gegen das Team Dieter Grabke und Bernd Siegmeier vom SV Döbern kam das böse Erwachen. Zu keiner Zeit gelang es den Nordlichtern an die zuvor gezeigten Leistungen anzuknüpfen. Zu sehr hatten sie „Körner“ gelassen, verloren die Begegnung sang- und klanglos in beiden Sätzen deutlich mit 15:7.
Dennoch war es nicht das Turnier-Aus, weil auf die Schleswig-Holstein-Aktiven am nächsten Morgen im Rahmen des Turniermodus (Double-Out) ein weiteres Match wartete. Gegner waren die ebenfalls unbekannten Spieler Bernd Fütterer und Frank Heilbrunn von den SV Friesen Berlin und VSV Ludwigsfelde. Hochmotiviert und total konzentriert begannen Mölck und Proske die Partie. In wenigen Minuten hatten sie dominant und spielstark den 1. Satz mit 15:9 für sich entschieden. Und auch der 2. Satz begann verheißungsvoll, so dass alles nach einem glatten 2:0 Sieg aussah. Erst beim Stande von 12:9 gab es einen unverständlichen Einbruch in das bis dahin ungefährdete Spiel der Nordlichter. Plötzlich und völlig unerwartet punkteten die Ostdeutschen und sorgten mit 15:12 für den Satzgewinn. Nun musste abermals der Tie-Break herhalten. Und in diesem Entscheidungssatz dominierten die Kontrahenten unmissverständlich, in dem sie ihrem Gegner nur noch 2 Ballpunkte überließen. Selbstkritisch musste Spielmacher Udo Mölck zugeben, dass er im Gefühl des sicheren Sieges im 2. Satz beim Stande von 12:9 die Konzentration und die Spannung vernachlässigt hatte. Es gilt, wie in anderen Sportarten auch, den „Sack erst zuzumachen“, bevor gejubelt werden kann.
Diese ärgerliche Niederlage gegen schlagbare Kontrahenten verhinderte ein deutlich besseres Abschneiden bei den diesjährigen allseits beliebten Seniorenmeisterschaften in Berlin-Mitte. Dennoch waren sich Rudi Proske und Udo Mölck einig, dass der erreichte 9. Platz unter den 15 fast gleichwertigen Teams ein Erfolg darstellt. Immerhin haben sich beide mit zum Teil jüngeren Jahrgängen, die soeben in die AK Ü65 aufgestiegen sind, duelliert.
Als Fazit muss man einfach wieder festhalten: Berlin ist immer eine Reise wert, be-sonders wenn es zu Deutschen Senioren Beach Meisterschaften geht!

Deutsche Meister wurden „Hotte“ Freitag mit Partner Jürgen Hesse vor den Süddeutschen Joachim Gerlach und Roland Miller vom SSV Ulm 1846. Dritter wurden die Ostdeutschen Detlef Keller und Burkhard Dreblow vom Brandenburger Beachsport.

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